„Mein Melaten“ – Prof. Dr. Schock-Werner liest aus ihrem neuen Buch – 21.10.22, 18:00 Uhr

Frau Professor Dr. Schock-Werner muss man wahrscheinlich nicht vorstellen. Sie war 13 Jahre lang Dombaumeisterin des Kölner Doms. Sie schreibt Bücher, zum Beispiel zusammen mit Joachim Frank: „Dom-Geschichten“. Oder auch, etwas überraschend, aber um so beeindruckender: „Linienführung. Die Kölner U-Bahn-Stationen“. Sie kennt Köln wie kaum eine andere und weist immer wieder auf „Scheußliches und Schönes“ in unserer Stadt hin.

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Ehemalige Dombaumeisterin
Prof. Dr. Barbara Schock-Werner; Foto: Bettina Flittner

Zuletzt hat sie im Greven-Verlag ein Buch über unseren Friedhof herausgebracht: „Mein Melaten“. Auf mehr als 400 Seiten erzählt sie Geschichten von prominenten und weniger prominenten Friedhofsbewohnern. Eine kurze Geschichte des Friedhofs fehlt natürlich nicht. Der originelle gestaltete Umschlag zeigt einen sehr praktischen Plan, auf dem alle Gräber, über die sie berichtet, verzeichnet sind.

Wer Frau Dr. Schock-Werner schon einmal persönlich erlebt hat, kennt ihre Energie, ihr fulminantes Erzähltalent, ihre Originalität, ihre Offenheit. Wir haben das große Glück, sie für eine Lesung aus ihrem neuen Buch gewonnen zu haben!

Freitag, 21. Oktober 2022, 18:00 Uhr

St. Maria Magdalena und Lazarus Kapelle, Melaten

In Sichtweite der KVB-Haltestelle Melaten

Für die Lesung wird kein Eintritt erhoben. Aber wir bitten um Anmeldung, damit wir die – hoffentlich eintretenden – Besucherströme lenken können: Mail an bernd@melatenfriedhof.de

Chargesheimer fotografiert Jazz – Ausstellung des Rheinischen Bildarchivs

In unserem Newsletter Nr. 6 schrieben wir über den legendären Kölner Fotografen Chargesheimer. Das Rheinische Bildarchiv zeigt noch bis zum 22. September 2022 eine Ausstellung mit Chargesheimer-Fotografien von Jazzmusiker:innen aus den 50er und 60er Jahren. Ich hatte die Chance, eine Führung durch die Kuratorin und stellvertretende Leiterin des Rheinischen Bildarchvis, Dr. Evelyn Bertram-Neunzig, mitzumachen.

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10.09.2022: Tag des Offenen Denkmals

Zukunft braucht Erinnerung – ohne ein Verständnis der Vergangenheit lässt sich die Gegenwart, aber auch die Zukunft nicht gestalten. Die »Deutsche Stiftung Denkmalschutz« hat sich diesem Leitsatz verpflichtet. Und setzt den Gedanken jedes Jahr aufs Neue am »Tag des Offenen Denkmals« um. Wir vom Förderverein Melaten e.V. sind dabei. Denn wir unterstützen seit Jahren eines der größten Denkmäler der Welt: den Melaten-Friedhof.

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Mein Melaten

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner war von 1999 bis 2012 Kölner Dombaumeisterin. Neben Oberbürgermeister:in, Kardinal und FC-Trainer (bei den letzten beiden Ämtern macht das Gendern keinen Sinn, in beiden Jobs gab es bis heute noch keine Frau…) gibt es kein ehrenvolleres Amt in der Domstadt. Frau Schock-Werner trat damit die Nachfolge solch legendärer Figuren wie Meister Gerhard an, dem ersten Dombaumeister, oder Ernst Friedrich Zwirner, dem Dom-Vollender. Wenn man sich ihre Biographie anschaut, dann stellt man fest: ein Tausendsassa, oder sollte man sagen: eine Tausendsasserin? Sie ist Architektin, Kunsthistorikerin, Denkmalpflegerin und Hochschullehrerin. Sie war Vorsitzende im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Präsidentin der Deutschen Burgenvereinigung, sachkundige Einwohnerin im Kölner Stadtentwicklungsausschuss. Zuletzt war sie nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris Koordinatorin der deutschen Hilfsmaßnahmen.

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Sanierung der Alten und der Neuen Trauerhalle

Im Jahr 2010 hatte der Melaten-Friedhof seinen 200sten Geburtstag. Aus diesem Anlass hat der damalige Freundeskreis Melaten, heute Förderverein, die im 19. Jahrhundert erbaute Alte Trauerhalle für eine eindrucksvolle Ausstellung genutzt. Dr. Susanne Franke, langjährige Vorsitzende, schwärmt immer noch vom großen Zuspruch, den diese Aktion durch viele Besucher:innen erfuhr. Weniger schwärmt sie von der, nennen wir es: distanzierten Kooperationsbereitschaft der Stadt Köln. Auch die Idee, den nicht mehr benutzten Raum mit einem Café attraktiv zu gestalten, rief keine Reaktion hervor, nicht einmal, als sich eine nennenswerte Summe als Investitionsanschub auftat.

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Barcodes an Gräbern?

Die Digitalisierung macht auch vor Friedhöfen nicht halt. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem Grab und fragen sich: Der Name kommt mir bekannt vor, aber wer war das nochmal? Da kommen die Barcodes, oder auch Strichcodes, Balkencodes oder Scancodes ins Spiel. Man scannt sie mit der Handy-Kamera ein und wird auf eine Internetseite geleitet, auf der man Informationen zum Grab, zum Verstorbenen lesen kann.

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Willy Millowitsch (08.01.1909–20.09.1999)

In Köln über Willy Millowitsch zu schreiben, heißt, Eulen nach Athen zu tragen – jeder (ältere) Kölner, jede Kölnerin kennt ihn, war mal in seinem Theater, hat ihn im Fernsehen oder in der „Lachenden Sporthalle“ gesehen, hat seine Lieder gehört. Er steht in einer Reihe mit Kölner Legenden wie Konrad Adenauer, Kardinal Frings, der Heiligen Ursula, Peter Müller (für die Älteren) oder Lukas Podolski (für die Jüngeren).

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Neuigkeiten von »Nonni«

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»Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige.« (Voltaire)
Ob Jón Svensson – genannt »Nonni« – (*16.11.1857 in Island, 16.10.1944 in Köln) diesen Satz kannte, weiß ich nicht, aber dass seine Bücher keinesfalls langweilig sind, sondern im Gegenteil spannend und unterhaltsam, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Und daher freue ich mich, als begeisterter Fan dieses isländischen Erzählers und Autors Ihnen, den Freunden des Melatenfriedhofes, heute Neues von ihm zu berichten. Aufmerksame Leser dieses Newsletters werden sich erinnern, den Namen »Nonni« schon einmal gehört zu haben bzw. im Newsletter Nr. 5, Juni 2019, Seite 8, etwas über ihn gelesen zu haben. Ganz richtig: damals schrieb ich einen Bericht über »Nonni. Ein Isländer am Rhein« und machte damit auf die gleichnamige Ausstellung in der Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus auf Melaten aufmerksam. Mit dieser Ausstellung wollte ich Jón Svensson zu seinem 75. Todestag ehren. Ein Jahr später, im März 2020, hatte ich erneut Gelegenheit, an diesen charismatischen Schriftsteller aus dem hohen Norden zu erinnern, und zwar im Newsletter Nr. 6, der den verschiedensten Künstlern gewidmet ist, die auf Melaten ihre letzte Ruhestätte fanden.

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Erinnerungen an den Deutsch-Französischen Krieg auf Melaten

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Präsentation „Denkmal des Monats“ November 2021

Das Franzosengrabdenkmal 1870/71

Am 24.11.2021 kürte der Arbeitskreis „Denkmal des Monats“ im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der seit über 30 Jahren aktiv ist, aus Anlass der 150. Wiederkehr des Deutsch- Französischen Krieges das Franzosengrabmal 1870/71 zum ,Denkmal des Monats‘ November. Ziel der Aktionen ist, auf ein sanierungsbedürftiges Denkmal aufmerksam zu machen oder ein unbekanntes Objekt mit besonderer Geschichte der Öffentlichkeit vorzustellen.

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Wolfgang Oelsner: »Memento mori im Schunkelrhythmus« Kulturanthropologische Gedanken zwischen Ostermann und Kasalla op Malote

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Wolfgang Oelsner ist ein ernsthafter Mensch. Er studierte Sonderpädagogik sowie analytische Kinder- und Jugendpsychotherapie. Er arbeitete als Pädagoge, war Rektor der Schule der Uniklinik Köln und führt eine Praxis als Kinder- und Jugendtherapeut. Und er schreibt Bücher. Wolfgang Oelsner ist auch ein humorvoller Mensch, ein Karnevalist. Und Karnevalskenner.

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«Crime Night auf Melaten» – Vier Autor*innen lasen aus zwei Büchern.

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Charlotte Zeiler, Regina Schleheck. Andreas Schnurbusch, Isabella Archan, Jutta Wilpertz (v.l.)

Andreas Schnurbusch (Kölner Mordermittler, Autor)
Isabella Archan (Schauspielerin und Autorin)
Jutta Wilpertz (Musikerin und Autorin)

Regina Schleheck (Glauser-Preisträgerin, Autorin) Trauerhalle Melatenfriedhof in Köln, Piusstraße/Woensamstraße
Samstag, 9.10.2021, 17:00 Uhr

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Doing Memory – Fotoausstellung Anja Schlamann in der St. Maria Magdalena und Lazarus Kapelle

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Anja Schlamann ist Architektin und Fotografin. Ihre Fotos von einzelnen Grabmälern auf Melaten und Personen, die mit dem Friedhof verbunden sind, hat sie mit einer gewissermaßen aus der Zeit gefallenen Technik aufgenommen: mit einer Lochkamera, die sie zudem selbst konstruiert hat. Das bedeutet: Man trägt die große Kamera auf den Friedhof, sucht sehr sorgsam das Motiv aus, belichtet mitunter mehrere Minuten die großformatige Filmplatte, trägt die Kamera zurück ins Atelier, vergrößert auf Fotopapier und hat dann, wenn alles gut gegangen ist, ein Bild. Die lange Belichtungszeit brachte für die porträtierten Menschen ein Problem mit: Wie halte ich so lange still?

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Memento Mori im Schunkelrhythmus

Kulturanthropologische Gedanken zwischen Ostermann und Kasalla op Malote

Mit Wolfgang Oelsner, Autor des Buches »Un deit d’r Herrjott mich ins rofe«

Trauerhalle Melatenfriedhof, Piusstraße/Woensamstraße
Samstag, 6.11.2021, 15:00 Uhr
Freier Eintritt

Zumindest auf den »zweiten Blick« sind auf Kölns Friedhöfen viele Attribute des Karnevals zu entdecken. Auswärtige mag das befremden, ebenso wenn zahlreiche Karnevalslieder »das letzte Stündlein« besingen. Beides ist Teil der rheinischen DNA. Ohne Aschermittwoch keine »Nacht vor dem Fasten«, keine Fast-Nacht, kein Fastel-Ovend. Karneval definiert sich als Wendefest im Jahreskreis: vom Ausgelassenen zum Stillen, vom Üppigen zum Kargen, vom Feuer zur Asche, vom Leben zum Tod. Das klingt schaurig, wird im Rheinland aber lustig besungen. Zum Beispiel auf Sitzungen. 

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Crime Night auf Melaten: Vier Autor*innen lesen aus zwei Büchern.

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Samstag, 9. Oktober 2021, 17:00 Uhr,
Trauerhalle Melaten-Friedhof, Piusstraße/Woensamstraße

Lesende:

  • Andreas Schnurbusch (Kölner Mordermittler, Autor) 
  • Isabella Archan (Schauspielerin und Autorin) 
  • Jutta Wilpertz (Musikerin und Autorin) 
  • Regina Schleheck (Glauser-Preisträgerin, Autorin) 
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Ein Blick über den Horizont – Jüdische Friedhöfe im Rhein-Erft-Kreis

Im Herbst dieses Jahres finden in ganz Deutschland die Jüdischen Kulturwochen statt. Der Grund: Vor 1700 Jahren, 321 n. Chr., wurde in einem Dekret des Kaisers Konstantin jüdisches Leben in den römischen Provinzen in Deutschland erstmals nachweislich erwähnt. Ein guter Anlass, sich mit der jüdischen Kulturgeschichte zu beschäftigen.

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Buchkritik: Wolfgang Oelsner – Un deit d’r Herrjott mich ens rofe

Wenn Sie durch diesen Newsletter motiviert wurden, sich intensiver mit den Karnevalisten auf Melaten und der Kulturgeschichte des Kölner Karnevals zu beschäftigen und das auch mit körperlicher Bewegung verbinden wollen, dann empfehle ich Ihnen dieses verdienstvolle Buch. Moment mal – bis auf das Seiten-Umblättern gibt es da doch keine körperliche Bewegung, oder? Weit gefehlt! Gehen Sie zum Haupteingang des Melaten-Friedhofes an der Aachener Straße (das mittlere der drei Tore), nehmen Sie das Buch in die Hand, schlagen Sie Seite 13 auf und folgen den Anweisungen des Autors. Sie können sich dann lesend den Grabmälern annähern, bei Ferdinand Franz Wallraf beginnend, der, man glaubt es kaum, Schwänke für die Stockpuppenbühne schrieb, mit Hänneschen als Hauptfigur. 

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Doing Memory – Vorschau auf eine Ausstellung in der St. Maria Magdalena und Lazarus

Ex umbris et imaginibus in veritatem (Aus Schatten und Bildern zur Wahrheit, Grabinschrift auf Melaten) 

Anja Schlamann ist Fotografin. Sie hat eine Serie von Bildern zu einer Ausstellung zusammengestellt, die Grabstätten auf Melaten zeigen. Das klingt zunächst einmal bekannt und gewohnt. Ihre Vorgehensweise ist aber ungewöhnlich, wie aus der Zeit gefallen! 

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August Sander (Geb. 17.11.1876, gest. 20.4.1964)

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Auf den Tag genau 75 Jahre nach der Geburt Adolf Hitlers starb August Sander. Natürlich ist das nichts Anderes als Zufall. Aber es gibt Zusammenhänge. August Sanders Sohn Erich war führendes Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), der auch Willy Brandt angehörte. Erich Sander wurde nach der Machtergreifung der NSDAP verhaftet und starb im Zuchthaus in Siegburg. Die Druckplatten eines der Hauptwerke August Sanders, „Antlitz der Zeit“ waren von den Nationalsozialisten zerstört worden.

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Georg Meistermann (Geb. 16.6.1911, gest. 12.6.1990)

Bei der Recherche über diesen immens produktiven Kölner Maler, Zeichner, Grafiker fällt eines besonders auf: Er wird von Zeitgenossen als meinungsstark, gelegentlich aufbrausend geschildert. Aber: Immer auf der Seite der Freiheit, der Demokratie – ein überzeugter Antifaschist. In der NS-Zeit galt er als „entarteter“ Künstler, erhielt Ausstellungsverbot. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen, eignete sich aber sehr eindeutig nicht als Krieger; er habe den Krieg als Kartoffelschäler überlebt, heißt es. Seine zahllosen Werke – allein über 1000 Glasfenster gibt es an 250 Orten in Europa – finden sich in Kirchen und Profanbauten. Er war tiefreligiös, aber: „Ich mache Propaganda für den christlichen Glauben, ich mache ganz sicher keine Propaganda für die Kirche.“

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Alle Wege führen nach Rom – aber welcher zur Grabstätte von…?

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Ist Ihnen das auch schon so ergangen: Sie suchen nach einer Grabstätte, z.B. der des legendären früheren Friedhofsverwalters Johannes Ibach. Sie schauen in einen der einschlägigen Friedhofsführer, z.B. von Abt/Beines/Körber-Leupold, und lesen dort auf S. 192 die Ortsangabe: „Lit J, gegenüber Lit B“. Sie klappen die hintere Umschlagseite mit dem Friedhofsplan auf und fangen an zu suchen. Und zu grübeln. Von „Lit“ ist hier keine Rede, stattdessen z.B. von „1 in L“, „5 in P“, „64A“ oder „V2“.

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Texte von Toten – Für Lebendige

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Lieder und Literatur von Irmgard Keun, Heinz G. Konsalik, Willi Ostermann, Jupp Schmitz, Nonni (Jón Svensson) Veranstaltung in der Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus am 5.4.2019.

Welche literarischen und musikalischen Schätze auf Melaten verborgen sind, wurde den Zuschauern in der verzauberten alten Kapelle deutlich: Die Schauspieler*innen Claudia Holzapfel, Eleonora Vujin-Fischer und Thomas Wenzel, der Sänger Charly Kemmerling mit seinen Musikern Roland Kämmerling und Wolfgang Schmitt haben sie geborgen, diese Schätze.

90 Zuschauer*innen lauschten atemlos den Erzählungen von Keun, Ostermann und Nonni und freuten sich über die kölschen Lieder. Am Ende der Veranstaltung summte so manche/r mit: „Isch möcht zo Fooß noh Kölle jonn!“

Ein äußerst erfolgreicher Auftakt! Der Förderverein Melaten plant weitere Veranstaltungen, z.B. über die vielen Karnevalisten, die ihre Grabstätte auf Melaten haben.

Neue Ideen für die Kölner Friedhöfe

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 5. Juni 2019 von zahlreichen Vorschlägen von Bürgern, wie sie Friedhöfe nutzen und gestalten wollen. Um einer möglicherweise entstehenden Panik vorzubeugen, überschrieb man den Artikel mit „Halligalli wird es nicht geben“.

Da liest man zum Beispiel: »In einer Trauerhalle lässt sich ein Theaterstück aufführen; an einem geeigneten Platz könnten Leute sich zum Tai Chi oder Yoga treffen; woanders bietet sich eine Ecke dafür an, eine Gruppe von Bänken oder einen Schachtisch aufzustellen.« In der WDR-TV-Sendung »Lokalzeit« wurde am 4.6.2019 ein kurzer Bericht gebracht, der sich mit dem Thema beschäftigt. Hier kommt auch Manfred Kaune zu Wort, der Leiter des Kölner Grünflächenamtes, der die Idee für die Neuorientierung der Friedhöfe hatte.

Man kann sich vorstellen, dass solche Vorschläge einige Diskussionen hervorrufen könnten. Einen Ort für solche Diskussion bietet die Stadt Köln an. Auf der Internetseite des Kölner Mitwirkungsportals können die Kölner*innen ab dem 12 Juni bis zum 10. Juli 2019 ihre Meinung äußern.

Wenn Sie also Lust haben, hier ein Statement zu setzen – nur zu! Wir vom Förderverein Melaten wissen, dass es sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt – es geht um Ihre Meinung!

Dr. Susanne Franke – die Vorsitzende des Fördervereins Melaten e.V.

Sie ist ein Kind des Ruhrgebiets – Gelsenkirchen ist ihre Heimat. Mit dem Tod und mit Friedhöfen hat sie sich schon seit ihrer Kindheit beschäftigt – „familiär bedingt“, wie sie sagt. Als sie 1995 nach Köln kam, war sie zunächst einmal irritiert: „Der Melatenfriedhof hat nicht mal eine Website!“ – Schock. Zwei Jahre später gab es dann eine, Administratorin: Susanne Franke. Wolfgang Stöcker, der Kunsthistoriker und Künstler, kam bald dazu. Was beide aufregte: das Abräumen von Gräbern, deren Nutzungsdauer abgelaufen ist. Warum? Auf jüdischen Friedhöfen werden die Grabstätten für die Ewigkeit angelegt. Auf christlichen nicht. Überbelegung? Heutzutage kein Thema mehr. Denkmalschutzüberlegungen gegenüber verhält sich die Stadt eher defensiv. Was tun?

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Jakie (Hans Heinrich) Liebezeit (26.5.1938 – 22.1.2017), Holger Czukay (Holger Schüring) (24.3.1938 – 5.9.2017)

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Jakie Liebezeit (Schlagzeug) und Holger Czukay (Bass) waren Musiker der deutschen Gruppe „The Can“, später nur „Can“. Was für eine Gruppe? Rock? Pop? Jazz? Schwer zu sagen. Sie selbst lehnten es ab, als Rockband bezeichnet zu werden. Avantgardistisch waren sie in jedem Fall, Free Jazz, Psychedelic Rock, aber auch Elemente der Neuen Musik spielten eine Rolle – Holger Czukay und der Keyboarder Irmin Schmidt hatten bei Karlheinz Stockhausen in Köln studiert.

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Anton Räderscheidt (11.10.1892 – 8.3.1970)

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Die Dada-Bewegung in Köln – siehe den Artikel über Johannes Theodor Baargeld – hatte noch einen berühmten Mitstreiter: den Maler Anton Räderscheidt (1892-1970). Er war mit Hans Arp befreundet und gründete mit ihm, Heinrich Hoerle und anderen die Künstlergruppe Stupid. Räderscheidt hatte 1913 an der Richard-Wagner- Straße sein erstes Atelier eröffnet, verdiente ab 1919 sein Geld als freischaffender Künstler. Sein Stil der Neuen Sachlichkeit missfiel nach 1933 den nationalsozialistischen Machthabern, Räderscheidt floh mit seiner jüdischen Lebensgefährtin Ilse Meyer-Metzger nach Paris, später in die Schweiz. Die Nazis raubten sein Atelier in Paris aus. Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin lernte er Gisèle Boucherie kennen, die er 1963 heiratete, ihr Grab liegt rechts neben seinem. Anton Räderscheidt war trotz allem ein fideler Zeitgenosse. In den 20er Jahren war er beteiligt an den Kölner Lumpenbällen; auf der Website http://www.raederscheidt.com heißt es dazu:

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Johannes Theodor Baargeld (9.10.1892 – 18.8.1927)

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Lügen Grabsteininschriften? Naja, zumindest sagen sie nicht immer die ganze Wahrheit. Der Mann, der in diesem Grab liegt, hieß nicht Johannes Theodor Baargeld, sondern Alfred Ferdinand Gruenwald. Auch um seinen Tod gibt es Verwirrung: Er sei am 6. August 1927 durch ein Lawinenunglück in Tirol gestorben, heißt es im Kölner Katalog »Von Dadamax zum Grüngürtel«. Im Zürcher/Pariser Dada-Katalog steht, er sei 1927 bei einer Bergwanderung mit seinem Bruder tödlich verunglückt. Kann nicht sein, schreibt Walter Vitt, sein Biograph: Seine einzigen Brüder sind bereits 4 bzw. 14 Jahre vorher gestorben. Walter Vitt hat herausgefunden: »Baargeld verunglückte damals weder in Tirol noch durch ein Lawinenunglück, sondern erfror bei einer Bergbesteigung in den französischen Alpen, und zwar am 17. oder 18. August 1927.«

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Dr. Djavad Kermani (20.3.1927 – 3.12.2018)

Dr-Djavad-Kermani

Über Dr. Kermani ist öffentlich nicht so viel bekannt wie über andere Prominente, deren Grabstätte auf Melaten liegt. Er war Arzt und Geschäftsmann, hatte mit dem deutsch-iranischen Handel zu tun. Er gründete außerdem 1989 das Avicenna-Hilfswerk, das sich laut seiner Homepage um die „Durchführung und Koordinierung kultureller, medizinischer und karitativer Projekte und Aktivitäten“ kümmert. Das Avicenna-Hilfswerk betreut unter anderem ein Flüchtlingsprojekt im Südosten der Türkei; die Schülerinnen und Schüler der Kerpener Europaschule hatten im vergangenen Jahr 5000,- € gespendet, um das Jahresgehalt eines Lehrers zu sichern; hier kann man Genaueres über dieses Projekt lesen.

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Alexandra Kassen (30.1.1923 – 25.6.2017)

Alexandra Kassen - Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rhe

In Köln gibt es einige Persönlichkeiten, die Kultstatus erreicht haben, zum Teil schon zu Lebzeiten: Volksschauspieler Willy Millowitsch gehört dazu, Theo Burauen, der beliebteste Oberbürgermeister der Kölner Geschichte, Hennes Weisweiler, FC-Meistertrainer, Peter „de Aap“ Müller, legendärer Boxer der 50er und 60er Jahre, Trude „Niemals geht man so ganz“ Herr, Schauspielerin und Sängerin mit eigenem Theater in der Severinstraße.

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Das Grab der Familie Kuckelkorn

Familie-Kuckelkorn-Grab-Melaten-Friedhof-Koeln

Die Familie Kuckelkorn hat eine lange Tradition als Beerdigungsunternehmer in Köln. Seit 1864 existiert das Institut und wird heute von Christoph Kuckelkorn in fünfter Generation geführt. Christoph Kuckelkorn? Moment mal – kennt man den nicht aus einem ganz anderen Zusammenhang? Richtig: Er war von 2005 bis 2017 Leiter des Kölner Rosenmontagszuges. Das ist verwirrend:

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Johann Nepomuk Heidemann

Johann-Nepomuk-Heidemann-Melaten-Friedhof

Der Geheime Kommerzienrat Johann Nepomuk Heidemann war Generaldirektor der Köln-Rottweiler Pulverfabriken. Als er im April 1913 starb, hielt der spätere Rektor der Universität Köln, Professor Christian Eckert, eine Grabrede. Das erzürnte den Friedhofsdirektor Johannes Ibach, denn nur Geistliche durften damals die Grabrede halten. Also zeigte er Heidemann an. Der Richter aber hatte ein Einsehen: Er verurteilte Eckert zu einer Geldstrafe von 1 Reichsmark. Die Strafe wiederum wurde vom Bankier Louis Hagen entrichtet. Heidemann, Eckert, Ibach und Hagen liegen friedlich vereint auf Melaten.

Allerheiligen auf Melaten

Allerheiligen-Melaten-Friedhof-Koeln

An Allerheiligen ist der Melatenfriedhof länger geöffnet. An diesem Abend zeigt er sich von einer geheimnisvollen Seite: Wenn die Dämmerung fällt, gehen die Lichter, die Kerzen, die Fackeln an und verbreiten eine sehr anmutige, emotionale, nachdenkliche Atmosphäre. Die Besucherzahl ist gewaltig: Auf dem Hauptweg, besser bekannt als Millionenallee, kommt man sich vor wie auf der Schildergasse, nur dass es nichts zu kaufen, sondern viel zu sehen und zu riechen gibt – ein lohnender Besuch!

Ein Projekt des Fördervereins: Das Hermeling-Grab

Hermeling-Grab-Melaten-Friedhof-Forderverein

Der Kölner Goldschmied Gabriel Hermeling hatte einen über die Stadt weit hinausragenden Ruf. Sein Schwiegersohn Josef Kleefisch übernahm das Hermeling-Atelier, behielt aber den Namen Hermeling bei, wahrscheinlich aus geschäftlichen Überlegungen.

Zwei aus dem Hermeling-Atelier stammende Tabernakeltüren aus vergoldetem Silber mit Emails und Bergkristall aus der Zeit um 1905 wurden 1977 dem Kölnischen Stadtmuseum geschenkt.

Das Grab Hermelings wird seit langem von niemandem mehr gepflegt. Der Förderverein hat offiziell die Patenschaft für das Grab übernommen und sich damit entschieden, die Grabstelle zu restaurieren und die gärtnerische Pflege zu übernehmen. Wir danken unserem Mitglied Wolfgang Stöcker für die Initiative.

Architekt Erich Schneider-Wessling gestorben.

Erich-Schneider-Wessling-Trauer

Am 29.9.2017 ist der Architekt Erich Schneider-Wessling gestorben. Er wurde nahe der Kapelle Sankt Maria Magdalena und Lazarus begraben. Kölnern war der aus Süddeutschland stammende Architekt als Mitbegründer des „Bauturm“ bekannt. Der Bauturm bezeichnet die Architektengemeinschaft an der Aachener Straße 24, zu der neben anderen auch Dr. Godrid Haberer und Peter Busmann gehören, die Architekten der Philharmonie und des Museums Ludwig.

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