Alfred Biolek

23.07.2021 in Köln

LAGE DES GRABES: Flur 61

1958 Absolvierte das erste juristische Staatsexamen mit Prädikat
1962 Promotion zum Doktor der Rechte (Dr. iur.)
1976 Start seiner Talkshow «Kölner Treff» mit Dieter Thoma im WDR (bis 1983)
1978 Produktion und Moderation seiner Talkshow «Bio’s Bahnhof» im WDR (bis 1982)
1994 Moderation seiner Kochsendung «alfredissimo!» im WDR (bis 2007)
2005 Gründung der «Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika»

Alfred Bioleks Leben zeichnet sich durch eine gewaltige Bandbreite aus. Zunächst trat er in die Fußstapfen seines Vaters, eines Rechtsanwalts, und studierte Jura. Seine erstes juristisches Staatsexamen war das drittbeste seines Jahrgangs in Baden-Württemberg. Er promovierte über das interessante Thema «Die Schadensersatzpflicht des Verkäufers und des Herstellers mangelhafter Waren nach englischem Recht». Bis dahin sah alles nach einem bürgerlichen Leben aus. Allerdings: Als Student war er Mitgründer des Kabaretts «Das trojanische Pferdchen» – ein früher Hinweis auf seine kreativen Gene!

Beim ZDF stieg er 1963 in der Rechtsabteilung als Justiziar ein. Bald aber moderierte er Sendungen und wechselte zur Bavaria Film. Er tauchte in künstlerische Milieus ein, lernte Rainer Werner Fassbinder kennen, produzierte Rudi Carrells «Am laufenden Band».

Bundesweit bekannt und beliebt wurde er als Talkmaster, einem damals noch ganz jungen Format. Dass diese öffentliche Gesprächsform ihm auf den Leib geschrieben war, konnte man den Titeln entnehmen: Hieß die Sendung anfangs noch «Kölner Treff», mutierte sie später zu «Bios Bahnhof», «Boulevard Bio» und dann ganz einfach zu: «Bei Bio».

«alfredissimo» hieß die ebenfalls höchst erfolgreiche Kochsendung, in der Biolek mit prominenten Gästen kochte, Weine verkostete und plauderte.

1991 wurde Biolek von dem Filmemacher Rosa von Praunheim als schwul geoutet. Das hatte ihn zunächst sehr geärgert, später hat er Praunheim aber verziehen, weil sein Outing vielen Menschen geholfen habe, sich zu bekennen.

Biolek wurde in der Grabstätte seines Freundes, des Fotografie-Sammlers L. Fritz Gruber, beigesetzt.

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