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Alle Wege führen nach Rom – aber welcher zur Grabstätte von…?

Ist Ihnen das auch schon so ergangen: Sie suchen nach einer Grabstätte, z.B. der des legendären früheren Friedhofsverwalters Johannes Ibach. Sie schauen in einen der einschlägigen Friedhofsführer, z.B. von Abt/Beines/Körber-Leupold, und lesen dort auf S. 192 die Ortsangabe: „Lit J, gegenüber Lit B“. Sie klappen die hintere Umschlagseite mit dem Friedhofsplan auf und fangen an zu suchen. Und zu grübeln. Von „Lit“ ist hier keine Rede, stattdessen z.B. von „1 in L“, „5 in P“, „64A“ oder „V2“.

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Texte von Toten – Für Lebendige

Lieder und Literatur von Irmgard Keun, Heinz G. Konsalik, Willi Ostermann, Jupp Schmitz, Nonni (Jón Svensson) Veranstaltung in der Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus am 5.4.2019.

Welche literarischen und musikalischen Schätze auf Melaten verborgen sind, wurde den Zuschauern in der verzauberten alten Kapelle deutlich: Die Schauspieler*innen Claudia Holzapfel, Eleonora Vujin-Fischer und Thomas Wenzel, der Sänger Charly Kemmerling mit seinen Musikern Roland Kämmerling und Wolfgang Schmitt haben sie geborgen, diese Schätze.

90 Zuschauer*innen lauschten atemlos den Erzählungen von Keun, Ostermann und Nonni und freuten sich über die kölschen Lieder. Am Ende der Veranstaltung summte so manche/r mit: „Isch möcht zo Fooß noh Kölle jonn!“

Ein äußerst erfolgreicher Auftakt! Der Förderverein Melaten plant weitere Veranstaltungen, z.B. über die vielen Karnevalisten, die ihre Grabstätte auf Melaten haben.

Neue Ideen für die Kölner Friedhöfe

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 5. Juni 2019 von zahlreichen Vorschlägen von Bürgern, wie sie Friedhöfe nutzen und gestalten wollen. Um einer möglicherweise entstehenden Panik vorzubeugen, überschrieb man den Artikel mit „Halligalli wird es nicht geben“.

Da liest man zum Beispiel: »In einer Trauerhalle lässt sich ein Theaterstück aufführen; an einem geeigneten Platz könnten Leute sich zum Tai Chi oder Yoga treffen; woanders bietet sich eine Ecke dafür an, eine Gruppe von Bänken oder einen Schachtisch aufzustellen.« In der WDR-TV-Sendung »Lokalzeit« wurde am 4.6.2019 ein kurzer Bericht gebracht, der sich mit dem Thema beschäftigt. Hier kommt auch Manfred Kaune zu Wort, der Leiter des Kölner Grünflächenamtes, der die Idee für die Neuorientierung der Friedhöfe hatte.

Man kann sich vorstellen, dass solche Vorschläge einige Diskussionen hervorrufen könnten. Einen Ort für solche Diskussion bietet die Stadt Köln an. Auf der Internetseite des Kölner Mitwirkungsportals können die Kölner*innen ab dem 12 Juni bis zum 10. Juli 2019 ihre Meinung äußern.

Wenn Sie also Lust haben, hier ein Statement zu setzen – nur zu! Wir vom Förderverein Melaten wissen, dass es sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt – es geht um Ihre Meinung!

Jakie (Hans Heinrich) Liebezeit (26.5.1938 – 22.1.2017), Holger Czukay (Holger Schüring) (24.3.1938 – 5.9.2017)

Jakie Liebezeit (Schlagzeug) und Holger Czukay (Bass) waren Musiker der deutschen Gruppe „The Can“, später nur „Can“. Was für eine Gruppe? Rock? Pop? Jazz? Schwer zu sagen. Sie selbst lehnten es ab, als Rockband bezeichnet zu werden. Avantgardistisch waren sie in jedem Fall, Free Jazz, Psychedelic Rock, aber auch Elemente der Neuen Musik spielten eine Rolle – Holger Czukay und der Keyboarder Irmin Schmidt hatten bei Karlheinz Stockhausen in Köln studiert.

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Anton Räderscheidt (11.10.1892 – 8.3.1970)

Die Dada-Bewegung in Köln – siehe den Artikel über Johannes Theodor Baargeld – hatte noch einen berühmten Mitstreiter: den Maler Anton Räderscheidt (1892-1970). Er war mit Hans Arp befreundet und gründete mit ihm, Heinrich Hoerle und anderen die Künstlergruppe Stupid. Räderscheidt hatte 1913 an der Richard-Wagner- Straße sein erstes Atelier eröffnet, verdiente ab 1919 sein Geld als freischaffender Künstler. Sein Stil der Neuen Sachlichkeit missfiel nach 1933 den nationalsozialistischen Machthabern, Räderscheidt floh mit seiner jüdischen Lebensgefährtin Ilse Meyer-Metzger nach Paris, später in die Schweiz. Die Nazis raubten sein Atelier in Paris aus. Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin lernte er Gisèle Boucherie kennen, die er 1963 heiratete, ihr Grab liegt rechts neben seinem. Anton Räderscheidt war trotz allem ein fideler Zeitgenosse. In den 20er Jahren war er beteiligt an den Kölner Lumpenbällen; auf der Website http://www.raederscheidt.com heißt es dazu:

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Johannes Theodor Baargeld (9.10.1892 – 18.8.1927)

Lügen Grabsteininschriften? Naja, zumindest sagen sie nicht immer die ganze Wahrheit. Der Mann, der in diesem Grab liegt, hieß nicht Johannes Theodor Baargeld, sondern Alfred Ferdinand Gruenwald. Auch um seinen Tod gibt es Verwirrung: Er sei am 6. August 1927 durch ein Lawinenunglück in Tirol gestorben, heißt es im Kölner Katalog „Von Dadamax zum Grüngürtel“. Im Zürcher/Pariser Dada-Katalog steht, er sei 1927 bei einer Bergwanderung mit seinem Bruder tödlich verunglückt. Kann nicht sein, schreibt Walter Vitt, sein Biograph: Seine einzigen Brüder sind bereits 4 bzw. 14 Jahre vorher gestorben. Walter Vitt hat herausgefunden: „Baargeld verunglückte damals weder in Tirol noch durch ein Lawinenunglück, sondern erfror bei einer Bergbesteigung in den französischen Alpen, und zwar am 17. oder 18. August 1927.“

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Dr. Djavad Kermani (20.3.1927 – 3.12.2018)

Über Dr. Kermani ist öffentlich nicht so viel bekannt wie über andere Prominente, deren Grabstätte auf Melaten liegt. Er war Arzt und Geschäftsmann, hatte mit dem deutsch-iranischen Handel zu tun. Er gründete außerdem 1989 das Avicenna-Hilfswerk, das sich laut seiner Homepage um die „Durchführung und Koordinierung kultureller, medizinischer und karitativer Projekte und Aktivitäten“ kümmert. Das Avicenna-Hilfswerk betreut unter anderem ein Flüchtlingsprojekt im Südosten der Türkei; die Schülerinnen und Schüler der Kerpener Europaschule hatten im vergangenen Jahr 5000,- € gespendet, um das Jahresgehalt eines Lehrers zu sichern; hier kann man Genaueres über dieses Projekt lesen.

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Alexandra Kassen (30.1.1923 – 25.6.2017)

In Köln gibt es einige Persönlichkeiten, die Kultstatus erreicht haben, zum Teil schon zu Lebzeiten: Volksschauspieler Willy Millowitsch gehört dazu, Theo Burauen, der beliebteste Oberbürgermeister der Kölner Geschichte, Hennes Weisweiler, FC-Meistertrainer, Peter „de Aap“ Müller, legendärer Boxer der 50er und 60er Jahre, Trude „Niemals geht man so ganz“ Herr, Schauspielerin und Sängerin mit eigenem Theater in der Severinstraße.

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Das Grab der Familie Kuckelkorn

Die Familie Kuckelkorn hat eine lange Tradition als Beerdigungsunternehmer in Köln. Seit 1864 existiert das Institut und wird heute von Christoph Kuckelkorn in fünfter Generation geführt. Christoph Kuckelkorn? Moment mal – kennt man den nicht aus einem ganz anderen Zusammenhang? Richtig: Er war von 2005 bis 2017 Leiter des Kölner Rosenmontagszuges. Das ist verwirrend:

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Johann Nepomuk Heidemann

Der Geheime Kommerzienrat Johann Nepomuk Heidemann war Generaldirektor der Köln-Rottweiler Pulverfabriken. Als er im April 1913 starb, hielt der spätere Rektor der Universität Köln, Professor Christian Eckert, eine Grabrede. Das erzürnte den Friedhofsdirektor Johannes Ibach, denn nur Geistliche durften damals die Grabrede halten. Also zeigte er Heidemann an. Der Richter aber hatte ein Einsehen: Er verurteilte Eckert zu einer Geldstrafe von 1 Reichsmark. Die Strafe wiederum wurde vom Bankier Louis Hagen entrichtet. Heidemann, Eckert, Ibach und Hagen liegen friedlich vereint auf Melaten.

Allerheiligen auf Melaten

An Allerheiligen ist der Melatenfriedhof länger geöffnet. An diesem Abend zeigt er sich von einer geheimnisvollen Seite: Wenn die Dämmerung fällt, gehen die Lichter, die Kerzen, die Fackeln an und verbreiten eine sehr anmutige, emotionale, nachdenkliche Atmosphäre. Die Besucherzahl ist gewaltig: Auf dem Hauptweg, besser bekannt als Millionenallee, kommt man sich vor wie auf der Schildergasse, nur dass es nichts zu kaufen, sondern viel zu sehen und zu riechen gibt – ein lohnender Besuch!

Ein Projekt des Fördervereins: Das Hermeling-Grab

Der Kölner Goldschmied Gabriel Hermeling hatte einen über die Stadt weit hinausragenden Ruf. Sein Schwiegersohn Josef Kleefisch übernahm das Hermeling-Atelier, behielt aber den Namen Hermeling bei, wahrscheinlich aus geschäftlichen Überlegungen.

Zwei aus dem Hermeling-Atelier stammende Tabernakeltüren aus vergoldetem Silber mit Emails und Bergkristall aus der Zeit um 1905 wurden 1977 dem Kölnischen Stadtmuseum geschenkt.

Das Grab Hermelings wird seit langem von niemandem mehr gepflegt. Der Förderverein hat offiziell die Patenschaft für das Grab übernommen und sich damit entschieden, die Grabstelle zu restaurieren und die gärtnerische Pflege zu übernehmen. Wir danken unserem Mitglied Wolfgang Stöcker für die Initiative.

Architekt Erich Schneider-Wessling gestorben.

Am 29.9.2017 ist der Architekt Erich Schneider-Wessling gestorben. Er wurde nahe der Kapelle Sankt Maria Magdalena und Lazarus begraben. Kölnern war der aus Süddeutschland stammende Architekt als Mitbegründer des „Bauturm“ bekannt. Der Bauturm bezeichnet die Architektengemeinschaft an der Aachener Straße 24, zu der neben anderen auch Dr. Godrid Haberer und Peter Busmann gehören, die Architekten der Philharmonie und des Museums Ludwig.

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