Kahlschlag auf dem Melatenfriedhof?

Kahlschlag-Melaten

Am 21.4.19 erschien im Kölner Stadt-Anzeiger ein Artikel mit der Überschrift: „Das macht Jürgen Domian und Barbara Schock-Werner wütend“.

Was war passiert? Das Grünflächenamt hatte begonnen, eine ganze Reihe von Büschen auf dem Friedhof abzuholzen. Es entstand in der Tat ein befremdlicher Eindruck. Der Friedhof, normalerweise im Frühsommer dicht bewachsen und gegen Abend dadurch auch mitunter recht duster, erscheint plötzlich als hell, transparent und, ja, auch ziemlich kahl.

Jürgen Domian, Ex-WDR-Moderator, und Barbara Schock-Werner, frühere Dombaumeisterin und heutige Kolumnistin des Kölner Stadt-Anzeigers, zeigten sich schockiert: Hier werde die Ästhetik des Friedhofes doch arg ramponiert. Wer sich den derzeitigen Zustand anschauen möchte, kann hier die Umgebung des „Sensenmannes“ im Video sehen: youtube.com/watch?v=34vQubcxEA8. Ja, man sieht: Der Sensenmann, bislang geschützt von einem dichten Hain, steht jetzt wie ein Leuchtturm im Freien. Soweit scheint der Eindruck von Jürgen Domian und Barbara Schock-Werner nachvollziehbar.

Aber: Das Grünflächenamt hat reagiert. An vielen Stellen auf dem Friedhof kann man eine Stellungnahme des „Amtes Landschaftspflege und Grünflächen“ nachlesen. Darin heißt es: »Unser Ziel ist es, diesen Friedhof gemäß seiner Bedeutung als Gartendenkmal zu erhalten, schöner zu gestalten und Ihnen eine gepflegte Parkanlage zu bieten. Hierzu gehört unter anderem, eine Heckenstruktur wiederherzustellen, die diesen Friedhof in früheren Zeiten einmal geprägt hat. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden sich die dergestalt stark zurück geschnittenen Bereiche dank zahlreicher neuer Triebe zu kräftigen grünen Pflanzen entwickeln. Darüber hinaus

  • werden mit neu zu pflanzenden Sträuchern die bisher monotonen Pflanzbereiche bald in ihrer Vielfalt deutlich aufgewertet;
  • schützen wir die Grabstellen und setzen die Grabdenkmäler wieder besser in Szene;
  • schaffen wir wieder eine Transparenz, so dass vorhandene Angsträume entfallen;
  • wird der Friedhof durch die Blickachsen wieder überschaubarer und in seiner ursprünglichen Gestaltung erlebbar. Wir bitten um Verständnis, dass es im Moment nicht gut aussieht – bald wird sich das Bild wieder positiv verändern.«

Sicherlich scheiden sich hier die Geister, aber: Gartenbesitzer machen jedes Jahr im Frühsommer dieselbe Erfahrung – Büsche und Bäume wachsen mit einer derart rasanten Geschwindigkeit, dass der üppige Parkeindruck des Friedhofs schon im nächsten Jahr wieder dominieren sollte.

Hier gibt es das Konzept des städtischen „Arbeitskreises Friedhof“. Und hier eine Stellungnahme des NABU Köln.

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