Adele Rautenstrauch

* 1850

1903 in Köln

Gesellschaft

LAGE DES GRABES: MA zwischen HWG und Lit. P

1897 Adele erbt die Sammlung ihres Bruders Prof. Dr. Wilhelm Joest
1901 Gründung des Rautenstrauch­-Joest-­Museums
1906 Stiftung des Rautenstrauch­-Joest-­Museums für »Völkerkunde«

Adele Rautenstrauch, geborene Joest, ist die Ehefrau des Kommerzienrates Eugen Rautenstrauch (1842 bis 1900). Adeles Bruder wiederum ist ein renommierter Ethnologe. Die Joests gehören zum wohlhabenden Bürgertum und machen ihr Geld im Stahl- und Zuckerhandel.

Als Prof. Dr. Wilhelm Joest 1897 stirbt, vermacht er seiner einzigen Schwester eine 3.400 Stücke umfassende Sammlung an »völkerkundlichen Gegenständen«. »Völkerkunde« hat im Europa der Kolonialmächte Konjunktur. Wohl keine Stadt in Mitteleuropa, die sich nicht ein Haus voller Masken, Plastiken und Idole leistet. Vor dem Hintergrund des nicht mehr ideologiefreien »Volksbegriffs« spricht man heute nicht mehr von »Völkerkunde«, sondern von Ethnologie – oder im Kölner Fall vom »Haus der Kulturen«.

Von den Indianern Nord- und Südamerikas, von den eingeborenen Stämmen des afrikanischen und des australischen Kontinentes, von den alten Kultur- völkern Asiens, kurzum aus der ganzen Welt wußte Joest mit großem Geschick auf allen möglichen We- gen das zusammenzutragen, was für das Leben und die Gewohnheiten der verschiedenen Völkerschaften von typischem Interesse ist.

Auszug aus der Eröffnungsrede 1906

Bereits 1899 schenken Frau und Herr Kommerzienrat Rautenstrauch die Sammlung der Stadt Köln.

Es entsteht die Idee, die exotischen Stücke in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Oftmals wird Eugen Rautenstrauch als Initiator des Museumsbaus genannt. Tatsache ist, dass Adele Rautenstrauch nach dem Tode ihres Mannes das sicherlich gemeinsam beschlossene Projekt tatkräftig und federführend weiterverfolgt. Von daher gilt sie uns als Gründerin des Museums.

1901 stiftet Adele Rautenstrauch zum Andenken an ihren verstorbenen Mann erstmalig 250.000 Reichsmark Startkapital. Aber bis 1906 wartet die Sammlung auf ein repräsentatives Gebäude. Die Sammlung ist zunächst im Stapelhaus am Rhein und im Bayenturm untergebracht.

Nochmals stiftet Adele in ihrem Todesjahr 1903 Kapital zum Bau des Hauses. Am 12. November 1906 wird es feierlich eröffnet. Das Gebäude am Ubierring steht noch heute, die Sammlung aber bezieht gerade in Neumarktnähe endlich ihren Neubau.

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