Anton Räderscheidt

* 1982 in Werden

1970 in Köln

Kunst

LAGE DES GRABES: Flur A

1910 Studium an der Kunstgewerbeschule Köln und Kunstakademie Düsseldorf (bis 1914)
1913 Erstes Atelier an der Richard Wagner Straße, Köln
1919 Gründung der Künstlergruppe »stupid« u.a. mit Hoerle und Seiwert
1934 Flucht nach Frankreich (bis 1935)
1947 Rückkehr nach Deutschland (bis 1950)

Anton Räderscheidts Malerei wird zumeist der so- genannten »Neuen Sachlichkeit« zugeordnet. Dabei finden sich in seinen Gemälden ebenso Anklänge zu Expressionismus, Kubismus und Surrealismus. Räderscheidt ist vielschichtig und in keine Schublade zu stecken. Räderscheidts Malerei durchlebt entscheidende Wendungen. Viele Maler loten die Möglichkeiten zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion aus – auch er leistet seinen Beitrag in diesem spannungsreichen Entwicklungsfeld.

Seine figürlichen Arbeiten aus den 1920ern wirken kühl (eben »sachlich«) und erinnern zuweilen an Magritte. In den 1930ern kommt ein dynamischer Duktus hinzu. Alles ist schwingend, die Farben erscheinen nun rhythmisch. In den späten 1950ern Jahren wird sein Werk entschieden abstrakter.

Als Soldat wird Räderscheidt im 1. Weltkrieg schwer verwundet. Nach 1918 arbeitet er als freier Künstler in Köln und hält Kontakt zu vielen namhaften Kollegen, wie Max Ernst, Hans Arp und Theodor Baargeld. Er ist entscheidend beteiligt am rheinischen Kunstleben der 1920er Jahre.

Die Nazi-Zeit zwingt ihn zur Emigration nach Paris. 1934 beginnt eine Periode in ständiger Flucht. Räderscheidt wird mehrmals von der mit Deutschland kooperierenden Vichy-Regierung interniert. Einmal flüchtet er gemeinsam mit Max Ernst aus einem Zug, der ihn nach Deutschland bringen soll. Zeitweise lebt er in der Schweiz. Nach Kriegsende kommt er in einem Pariser Hotel unter, muss aber feststellen, dass seine Gemälde verschwunden sind. Als er die Hotelrechnung nicht mehr bezahlen kann, reist er heimlich ab. Mit einem VW Käfer fährt Oswald Maria Ungers 1950 nach Paris, bezahlt dort im Auftrag Räderscheidts die Rechnung und bringt die verbleibenden Bilder des Malers zurück nach Köln. Ungers, der heute berühmte Architekt (ebenfalls auf Melaten bestattet), ist damals noch Student.

Bis zu seinem Tode 1970 arbeitet Räderscheidt in Köln. Seine Werke sind heute in wechselnden Ausstellungen auch im Museum Ludwig zu sehen.

Im Jahre 2009 wurde seine Grabstätte auf Melaten versehentlich abgeräumt. Der Fehler ist allerdings vom Freundeskreis Melaten (u.a.) bemerkt worden. Es wird ein neues Grab entstehen.

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