Ludwig Gies

Ludwig_Gies-Portrait

* 03.09.1887 in München

27.01.1966 in Köln

Kunst

LAGE DES GRABES: Flur 44

1911 Akademie der Bildenden Künste München (bis 1914)
1917 Leiter der Bildhauer­klasse an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin (bis 1937)
1950 Professur für Bildhauerei, Steinmetz- und Friedhofskunst an den Kölner Werkschulen
1955 Großer Kunstpreis des Landes NRW für Bildhauerei
1931 Diffamierung und Isolation während der NS-Herrschaft (»Entartete Kunst«) (bis 1937)
1937 Verlust der Professur (Verlust des Kruzifixes im Dom zu Lübeck und des Wandbild im Hauptbahnhof Duisburg)

Der renommierte Bildhauer Ludwig Gies erlebt nicht nur Erfolge: Sein »Lübecker Kruzifixus« ist der Münchner Presse und weiten Teilen des Publikums zu stark expressionistisch, und muss schließlich entfernt werden. 1937 eröffnet die nationalsozialistische Propaganda-Ausstellung »Entartete Kunst« ihre Schau mit diesem Werk.

In den Kölner Jahren gestaltet Gies zahlreiche Glasfenster für profane und sakrale Räume, darunter die berühmten Engelchöre in St. Kolumba, Reliefs und Schriftzüge aus vielerlei Materialien, u.a. für den WDR oder Die Brücke an der Hahnenstraße. Gies’ Werk ist vielgestaltig und umfangreich. Seit seiner Jugend beschäftigt er sich mit Modellieren, Metalltreiben, Ziselieren, der Herstellung von Mosaiken, Emaille und Holzbildhauerei. Er arbeitet auch in Elfenbein und machte Grafittos.

Die »Fette Henne«, wie der Bundesadler von Ludwig Gies genannt wurde, wacht über die zweite Lesung der Pariser Verträge im Deutschen Bundestag in Bonn am 25. Februar 1955.

Gies übt auf die gesamte rheinische Bildhauerei nachhaltig Einfluss aus. Während des Wiederaufbaus in Köln nach 1945 entstehen großformatige architekturbezogene Arbeiten, die sich bis heute im Stadtbild erhalten haben. Auch der Bundesadler am Bonner Bundeshaus (quasi ein Markenzeichen bundesdeutscher Demokratie der 1950er) stammt von ihm. Bedeutende Arbeiten sind auch die »Trauernde« von 1954 und das Grabmal Hans Böckler auf Melaten.

Ähnlich wie Matare steht Gies dem deutschen Expressionismus nahe, beschreitet jedoch selbständige gestalterische Wege. 

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