Bernard Schultze

Bernard-Schultze-1968-Wikipedia

* 31.05.1915 in Schneidemühl

14.04.2005 in Köln

Kunst

LAGE DES GRABES: Lit. C an Flur 56

1968 Umzug nach Köln
1952 Gründung der Künstlergruppe Quadriga
1947 Umzug nach Frankfurt
1934 Studium in Berlin und Düsseldorf (bis 1939)

Mit Bernard Schultze liegt ein Maler und Bildhauer von Weltruf auf Melaten. Vielleicht ist es kein Zufall, dass er nicht weit entfernt von seinem etwas älteren und nicht weniger berühmten Kollegen Ernst Wilhelm Nay die letzte Ruhe gefunden hat. Was ihre Stellung in der Kunstgeschichte angeht, sind Nay und Schultze unbestritten die berühmtesten Künstler auf Melaten.

Schultze studiert an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin und an der Kunstakademie Düsseldorf. Später zieht er nach Frankfurt. 1952 gründet er zusammen mit Karl Otto Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz die Künstlergruppe Quadriga, die Kerngruppe der deutschen informellen Malerei. Ziel der informellen Maler ist die Lösung von Figürlichem – bei gleichzeitiger Ablehnung einer zu formalistischen Abstraktion. Schultzes Bilder werden daher oft als lyrisch-abstrakt bezeichnet, Anklänge zu Action Painting und Tachismus (Emil Schumacher) sind vorhanden. 1955 heiratet er die Malerin Ursula Bluhm und siedelt mir ihr einige Jahre später nach Köln um. 

Als Schultze in Köln im hohen Alter von 89 Jahren an einer Lungenentzündung stirbt, hinterlässt er ein umfangreiches Werk. Besonders die späten Bilder gelten als Summe seiner Kunst. Er ist der letzte große Vertreter der abstrakten Malerei im Deutschland der Nachkriegszeit. 

Manche mögen seine Schau vor einigen Jahren im Museum Ludwig noch in Erinnerung haben. Dort waren vor allem großformatige Zeichnungen in Bleistift und Tusche zu bewundern. 

Eigentümlich anmutende Welten, in denen das Auge stundenlang spazieren gehen kann, gehören zum Markenzeichen des Künstlers. Seine recht bunten Ölbilder sind feingliedrige Ansammlungen unterschiedlichster Strukturen. Im Wurzelwerk der Striche und Linien kann man sich verlaufen, um langnasige Kobolde zu entdecken oder Wesen mit Hühnerfüßen. Manchmal werden die Gebilde wieder bloße Form ohne Anleihe in der Wirklichkeit. 

Schultzes Arbeiten zeichnen sich durch eine gekonnte Verschachtelung von Makro- und Mikrokosmen aus, zwischen denen der Betrachter mit ein wenig Übung lustvoll herumspringt. Aufsehen erregt eine Werkreihe in den 1960ern, die sogenannten »Migofs«. Der Künstler gestaltet eine ganze Reihe dieser mit Papier und Kleister überzogenen Drahtgebilde, die zu sehr umfangreichen Raumarrangements anwachsen können. 

Schultze ist dreimaliger DOCUMENTA-Teilnehmer (1959 / 1964 / 1977) und Träger zahlreicher Kunstpreise. Seine Werke sind in den vielen namhaften Museen zu sehen.

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